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Lehrerstudium wird wieder kürzer, praxisnäher und attraktiver
(24.10.2010)

Die Sächsische Staatsregierung hat heute Eckpunkte zur Weiterentwicklung der Lehrerausbildung in Sachsen vorgelegt. Demnach werden künftig alle Lehramtsstudiengänge gezielt auf eine spezifische Schulart ausgerichtet sein. Das Studium wird sich in Haupt- und Grundstudium gliedern. Abgeschlossen wird das Lehramtsstudium mit dem Staatsexamen. Die einzelnen Studiengänge sollen inhaltlich stärker auf die unterschiedlichen beruflichen Anforderungen ausgerichtet werden. Die bisherigen schulpraktischen Studien werden erhalten und qualitativ weiterentwickelt. Um Attraktivität und Studierbarkeit der Lehrerausbildung in Sachsen zu gewährleisten, werden Lehramtsstudienplätze für Grund-, Mittelschulen und Gymnasien künftig an mindestens zwei Standorten bereitgehalten.
Dazu erklärt Norbert Bläsner, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag:
"Das Lehrerstudium wird mit der Reform nun kürzer, praxisnäher und attraktiver. Es ist eine gute Antwort auf die Frage, wie wir künftig mehr dringend benötigte junge Lehrer in Sachsen ausbilden können. Mit dem zukünftigen Staatsexamen bestehen bessere Möglichkeiten, für die einzelnen Schularten bedarfsgerecht auszubilden.
Das Bachelor/Master-System hatte sich für die Lehrerausbildung nicht bewährt. Insbesondere angehenden Grundschullehrern wurden Inhalte vermittelt, die in der späteren Berufspraxis überhaupt nicht benötigt wurden und das Studium nur unnötig verlängerten. Auch das war ein Grund, warum junge Menschen sich gegen den Lehrerberuf entschieden. Nun wird das Studium von Anfang an wieder auf eine bestimmte Schulform hin ausgerichtet. Weiterhin wird es praxisnäher, weil es bereits sehr früh Praktika in Schulen geben soll.
Die Entscheidung, künftig wieder an mindestens zwei Standorten junge Lehrer auszubilden, sichert angehenden Pädagogen ein wohnortnahes Studium. Es ist überlegenswert, die Regelung dahingehend auszuschöpfen, an drei Standorten - Dresden, Leipzig und Chemnitz - ein Pädagogikstudium anzubieten. Die Möglichkeit wohnortnaher Praktika macht das Studium nicht nur für die Studenten attraktiver - es kommen auch mehr Schulen in den Genuss, angehende Lehrer in den Schulbetrieb einbinden zu können."
(Dresden/19.10.2010)